Flavonoide

Bei der Erforschung von Erektionsstörungen standen bisher immer die Blutgefäße und das Herz-Kreislauf-System im Vordergrund. Das ist auch nicht verwunderlich, da die Erektionsfähigkeit mit dem Blutfluss steht und fällt. Auch die etablierten Potenzmittel wie Viagra greifen lediglich in den Blutfluss ein. Wenn im Organismus Durchblutungsstörungen auftreten, dann ist der Penis sehr häufig das erste Organ, das davon beeinflusst wird. Erektionsstörungen gelten daher als eine Art Frühwarnsystem für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Frühere Studien haben sogar gezeigt, dass auftretende Erektionsstörungen zeigen, dass in den nächsten acht Jahren ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall droht.

Relativ wenig Beachtung schenken die Wissenschaftler in Bezug auf die erektile Dysfunktion der Ernährung. Forscher der University of East Anglia und der renommierten Harvard-Universität wollten diesen Missstand beheben. Sie haben eine Hypothese aufgestellt, nach der Flavonoide, das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die beispielsweise in Obst und Gemüse vorhanden sind, eine Rolle bei Erektionsstörungen spielen könnten. Der Grund: Flavonoide spielen auch bei Diabetes und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine wichtige Rolle. Es könnte also eine direkte Verbindung zur erektilen Dysfunktion bestehen. Zuvor gab es über diesen Zusammenhang noch keine Studien.

Zusammenhang zwischen Flavonoiden und Erektionsstörungen

An der Studie haben insgesamt 25.096 Männer teilgenommen. Diese mussten ihre Ernährungsgewohnheiten und ihre Erektionsfähigkeit anhand von Fragebögen selbst bewerten. Diese Bewertungen fanden seit dem Jahr 2000 alle vier Jahre statt. Sprich: Im Jahr 2000, 2004 und 2008. Wer sich erinnern konnte, der durfte außerdem Daten angeben, die bis 1986 zurückreichen.

Das Ergebnis: Männer, die im Laufe der Jahre kontinuierlich viele Flavonoide zu sich genommen haben, wiesen ein geringeres Risiko auf, an erektiler Dysfunktion zu erkranken. In Zahlen ausgedrückt: Wer mehrmals in der Woche Flavonoide zu sich nahm, hatte ein 14% geringeres Risiko, an Impotenz zu erkranken. Wenn noch dazu regelmäßig Sport getrieben wurde, konnte das Risiko sogar um 21% gesenkt werden. Risikofaktoren wie Übergewicht und Drogenkonsum, die beide häufig zu Erektionsstörungen führen, wurden bei der Studie übrigens herausgerechnet.

Dieses Ergebnis erscheint nur logisch, da Flavonoide laut Studie das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Gerade diese beiden Krankheiten sind meist dafür verantwortlich, dass Männer unter Erektionsstörungen leiden – der Penis wird dann nicht mehr vernünftig durchblutet. Die Hypothese der Forscher hat sich also bestätigt.

In welchem Lebensmitteln sind Flavonoide enthalten?

Die Forscher sprechen die Empfehlung aus, dreimal in der Woche jeweils eine Handvoll Früchte zu essen, die vermehrt Flavonoide enthalten. Viele Flavonoide sind beispielsweise in Blaubeeren oder Erdbeeren enthalten. Aber auch grüner Tee, Äpfel, Birnen, Zwiebeln, Kirschen und Grünkohl enthalten große Mengen dieser Substanz. Eine vollständige Auflistung würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, weshalb wir unseren Lesern selbständige Recherchen ans Herz legen.

Was sind Flavonoide überhaupt?

Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe, die vor allem in Obst und Gemüse vorkommen. Sie sollen blutdrucksenkend und durchblutungsfördernd wirken. Auch das Wachstum von Viren und Bakterien soll durch diese Stoffe gehemmt werden. Manche Studien suggerieren sogar, dass Flavonoide das Risiko für Krebserkrankungen senken können.

Wir dürfen gespannt sein, welche neuen Erkenntnisse zukünftige Studien enthüllen werden. Steckt in den gesunden Flavonoiden vielleicht sogar noch mehr? Wir werden es mit Sicherheit erfahren!